29.8. Netwatcher Spezial: Nationalratswahlen 2008 – Wahlkampf 2.0
Wien am 29.8.2008 auf Radio ORANGE 94.0 13 – 14 Uhr. Längst sind neue Medien wie das Internet in österreichs Haushalten heimisch geworden. Mit der dichten Verbreitung von Breitbandanschlüssen entwächst das Internet langsam seinen Kinderschuhen. Anwendungen die noch vor 10 Jahren undenkbar waren mangels Bandbreite wie zb. IP-TV oder Telefonieren über das Internet ermöglichen nicht nur der Wirtschaft und deren Kunden neue Möglichkeiten. Sondern längst haben Behörden und auch die Politik das Internet für sich entdeckt.
Anders als bei den bisherigen Medien wo man nur eindirektional Inhalte konsumieren konnte. Dh. ein Medium wie Zeitung, Radio oder TV waren darauf optimiert nur in die Richtung zum Konsumenten zu fungieren. Heute hat sich vieles geändert durch die Globalisierung und durch den unaufhaltsamen Fortschritt.
So zum Beispiel hat die Vermarktung des Handies als Massenartikel dazu beigetragen, dass Festnetzanschlüsse im Rückgang sind und viele von uns ein Handy haben oder sogar der Trend zum Zweithandy erfolgt ist.
Mobilität hat die Menschen überhaupt dazu angeregt diese für sich zu entdecken. Die Vorteile heute in Echtzeit Informationen zu beziehen und in Echtzeit zu reagieren. Haben aber auch ihre Nachteile und immer mehr Menschen flüchten in technikfreie Zonen bzw. Berufskrankheiten wie Burnout gewinnen auch immer höherer Verbreitung.
In Sachen Informationsbeschaffung sind Medien wie Zeitungen, Radio oder TV längst nicht mehr allein im Kampf um Marktanteile. Immer mehr gewinnt auch das Internet an Bedeutung.
In den USA ist man schon einen Schritt weiter in Sachen Wahlpropaganda. Längst können Wählerinnen zb. auf youtube Fragen an ihre Kandidaten spielen und TV-Shows werden diese dann eingespielt.
Ob dies dem Informationsbedarf gerecht wird und damit auch der Wahlvertrossenheit hilft, ob das Heer der Nichtwähler damit mobilisert werden kann, ist noch nicht gänzlich erforscht. In Österreich hat längst jede Partei und viele Privatperson eine eigene Webseite zur Darstellung eigener Inhalte in Verwendung und ist in der Verbreitung eigener Inhalte längst nicht mehr auf Mainstreammedien angewiesen.
Das Internet hat auch viel Trash gebracht und vieles was wir vielleicht nicht wissen wollten. In Sachen Selbstdarstellung ist wohl kein Medium besser geeignet als das des Internets.
So kommt es, dass Parteien ihre Inhalte publizieren und damit ihre Propaganda verbreiten. Es werden Kampangen für und gegen Kandidatinnen gestartet. Es werden eigene Kräfte via Email mobilisiert um zb. Abstimmungsergebnisse zu beeinflussen. Es werden Foreneinträge dazu benutzt um die öffentliche Meinung zu steuern. In der Endzyklopädie Wikipedia wurden im US-Wahlkampf in der Vergangenheit schon mal die Lebensläufe von Kandidatinnen nachgebessert zum Nachteil ihrer Person und ihrem Ansehen.
Kurz um Internet und damit Web 2.0 ist damit nicht Segen sondern kann auch schon mal in eine andere Richtung ausschlagen.
Länder wie zb. China praktizieren Zensur und fürchten wie der Teufel das Weihwasser die öffentliche Meinung wie Web 2.0 Technologie. Da wird schon mal manipuliert oder über Leichen gegangen.
Wir greifen damit ein Thema der Zukunft auf welches schon längst in Scheibchen in unserem Leben Einzug gehalten hat.
Vorallem was würden wir Radiomenschen machen, wenn es von div. Anbietern für Medien keinen O-Ton-Service gäbe. Dh. ohne die vielen kreativen, fleissigen Geister gäbs oft kein Webangebot.
Nachrichtenbeiträge greifen immer öfter auf Quellen sogenannter Dritter Quellen von Laien. Da wird schon mal ein Agenturmeldung mit einem Video von Plattformen von youtube genützt.
Wir werden uns in dieser Folge weniger mit Alltagspolitik beschäftigen. Sondern eher mit den Mechanismen Angebot und Nachfrage auf der Ebene von Web 2.0 Vereinzelt kann es natürlich Fallbeispiele geben.
Wir werden hinterfragen ob die Möglichkeit der Feedbackmöglichkeit in Echtzeit der direkten Demokratie förderlich ist.
Wie sieht es mit der Feedbackbereitschaft von Abgeordneten aus. Initiativen durch das virtuelle Öffnen von Parlament durch die Plattform “myparalment” sind entweder ihrer Zeit voraus oder können sie überhaupt den Erwartungen Rechnung tragen?
Insbesondere interessiert uns schon mal …
* hat ein youtube-Video Wirkung in der Wahlpropaganda gezeigt?
* welche Methoden werden aus dem USA-Wahlkampf übernommen?
* welchen Effekt hat ein Negativwahlkampf zb. Lügen haben kurze Beine?
* woher werden div. Satierelieder gestreut die sich über Kandidatinnen lustig machen? gerade Alfred Gusenbauer, HC Strache, Jörg Haider oder auch Wolfgang Schüssel waren dankbare Opfer
* welche Web 2.0 Mechanismen gibt es u. welche werden genutzt u. angenommen. zb. twitter, flickr, xing, etc.
* wie siehts mit dem Datenschutz dahinter aus und welche Daten werden für die statistische Auswertung erhoben. Werden ext. Dienste bemüht. zb. Googleanalytics
* welche Wirkungen haben Blogs u. welche Reaktionen wecken Forenbeiträge von Leserinnen
* was kostet ein Webauftritt und was lassen sich Parteien einen Internetauftritt kosten?
* etc. etc.
Expertinnen von Parteien, Bereich Bürgerrechte u. Datenschutz, einfache Nutzerinnen sowie Expertinnen aus dem IT-Bereich sind eingeladen zu einer spannenden Diskussionsrunde.
Dauer ca. 60 / 90 min.
Wann?
Freitag 29.8.2008 von 13 – 14 auf Radio ORANGE 94.0
Frequenz UKW 94.0 u. 92.9 im Kabel
via livestream weltweit www.o94.at/live
Gästeliste:
* SPÖ – Peko Baxant
* ÖVP – G. Loub
* FPÖ – angefragt
* LIF – Christopher Clay
* Linke – formell zugesagt
* Web 2.0 Experte kewagi
* Blog Neuwal.com Dieter Zirnig
* Verein Quintessenz
* Grüne -Interview mit Niki Nickl
* BZÖ – Interview mit Heimo Lepuschitz
* Interview mit Prof. Filzmaier, Politologe
Moderation: Manfred Krejcik und Herby Loitsch
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